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	<title>Kommentare zu: Atlas der Wut im Kanzleramt</title>
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	<description>Der Presse Service</description>
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		<title>Von: sL</title>
		<link>http://www.news-team.de/finanzen/atlas-der-wut-im-kanzleramt-441.html/comment-page-1#comment-154</link>
		<dc:creator>sL</dc:creator>
		<pubdate>Wed, 12 Jan 2011 13:27:45 +0000</pubdate>
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		<description>Naja, manche der Schlussfolgerungen sind sicherlich richtig. Aber die Begr&#252;ndung ist weitgehend sachlich falsch.

&quot; Beispiel J. P. Morgan: Im Juli 2009 bejubelte die Presse den 2,72-Milliarden-Dollar-Gewinn der Bank. Kaum einer wei&#223;: Dagegen stehen 26.493,9 Milliarden Dollar Verbindlichkeiten. So viel „wert“ sind die giftigen Derivate, die J. P. Morgan noch im Keller hat. Fallen diese Papiere nur um 10 Prozent ins Minus, ist das gesamte J.P.-Morgan-Kapital vergl&#252;ht.&quot;

Das Problem sind nicht die Verbindlichkeiten, sondern die Verm&#246;gensgegenst&#228;nde in der Bankbilanz. Das was etwas &quot;wert&quot; ist, ist ein Verm&#246;genswert und keine Verbindlichkeit. Diese Verm&#246;gensgegenst&#228;nde sind in vielen F&#228;llen zu hoch bewertet. Die Schlussfolgerung ist korrekt, die meisten gro&#223;en Institute sind bei aktueller Bewertung der Verm&#246;gensgegenst&#228;nde insolvent. Hinzu kommen noch Schadensersatzklagen von betrogenen Investoren (wie derzeit in den USA gerade anh&#228;ngig (ABK)).

&quot;Zweitens tickt die Derivate-Bombe. 54 Billionen Dollar umfasst das Real-Verm&#246;gen der Welt. Doch da sind 683,7 Billionen Dollar ungedeckte Derivate (zum Beispiel Kredit-Versicherungen). Diese Derivate stecken noch in den Bank-Bilanzen.&quot;

Wenn man jetzt noch das Prinzip von Derivaten verstanden h&#228;tte, dann w&#228;re wohl klar, dass ein Vergleich von Derivaten zum Realverm&#246;gen keinen Sinn macht. Vereinfacht gesagt: ein Derivat hat immer zwei Seiten. Der Eine wettet, dass beispielsweise die Hypothekenverbriefungen werthaltig sind (z.B. Deutsche Bank) und der Andere (z.B. Paulson) wettet, dass der Hypothekenmarkt kollabiert. Der Vermittler in der Mitte (z.B. Goldman) kassiert die Geb&#252;hr und hat nichts mehr davon in der Bilanz stehen, weil an beide Seiten verkauft wurde.

Wenn man beide Seiten verrechnet (legal netting) ist der &quot;Real&quot;-Wert bzw. die Auswirung gering und insofern ist ein Vergleich mit realen Werten nicht aussagekr&#228;ftig. 

Nichts desto trotz fallen Schadenersatzanspr&#252;che (der Gewinn von zB Paulson ist der Verlust zB der Deutschen Bank) auf das vermittelnde Institut zur&#252;ck, wenn man nachweisen kann, dass dieses Wertpapier in betr&#252;gerischer Absicht unter Vorenthaltung wesentlicher Informationen (dass zumindest einigen Beteiligten nachweislich klar war, dass hier nur M&#252;ll verkauft wird) geschaffen und vermarktet wurde.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Naja, manche der Schlussfolgerungen sind sicherlich richtig. Aber die Begr&#252;ndung ist weitgehend sachlich falsch.</p>
<p>&#8221; Beispiel J. P. Morgan: Im Juli 2009 bejubelte die Presse den 2,72-Milliarden-Dollar-Gewinn der Bank. Kaum einer wei&#223;: Dagegen stehen 26.493,9 Milliarden Dollar Verbindlichkeiten. So viel „wert“ sind die giftigen Derivate, die J. P. Morgan noch im Keller hat. Fallen diese Papiere nur um 10 Prozent ins Minus, ist das gesamte J.P.-Morgan-Kapital vergl&#252;ht.&#8221;</p>
<p>Das Problem sind nicht die Verbindlichkeiten, sondern die Verm&#246;gensgegenst&#228;nde in der Bankbilanz. Das was etwas &#8220;wert&#8221; ist, ist ein Verm&#246;genswert und keine Verbindlichkeit. Diese Verm&#246;gensgegenst&#228;nde sind in vielen F&#228;llen zu hoch bewertet. Die Schlussfolgerung ist korrekt, die meisten gro&#223;en Institute sind bei aktueller Bewertung der Verm&#246;gensgegenst&#228;nde insolvent. Hinzu kommen noch Schadensersatzklagen von betrogenen Investoren (wie derzeit in den USA gerade anh&#228;ngig (ABK)).</p>
<p>&#8220;Zweitens tickt die Derivate-Bombe. 54 Billionen Dollar umfasst das Real-Verm&#246;gen der Welt. Doch da sind 683,7 Billionen Dollar ungedeckte Derivate (zum Beispiel Kredit-Versicherungen). Diese Derivate stecken noch in den Bank-Bilanzen.&#8221;</p>
<p>Wenn man jetzt noch das Prinzip von Derivaten verstanden h&#228;tte, dann w&#228;re wohl klar, dass ein Vergleich von Derivaten zum Realverm&#246;gen keinen Sinn macht. Vereinfacht gesagt: ein Derivat hat immer zwei Seiten. Der Eine wettet, dass beispielsweise die Hypothekenverbriefungen werthaltig sind (z.B. Deutsche Bank) und der Andere (z.B. Paulson) wettet, dass der Hypothekenmarkt kollabiert. Der Vermittler in der Mitte (z.B. Goldman) kassiert die Geb&#252;hr und hat nichts mehr davon in der Bilanz stehen, weil an beide Seiten verkauft wurde.</p>
<p>Wenn man beide Seiten verrechnet (legal netting) ist der &#8220;Real&#8221;-Wert bzw. die Auswirung gering und insofern ist ein Vergleich mit realen Werten nicht aussagekr&#228;ftig. </p>
<p>Nichts desto trotz fallen Schadenersatzanspr&#252;che (der Gewinn von zB Paulson ist der Verlust zB der Deutschen Bank) auf das vermittelnde Institut zur&#252;ck, wenn man nachweisen kann, dass dieses Wertpapier in betr&#252;gerischer Absicht unter Vorenthaltung wesentlicher Informationen (dass zumindest einigen Beteiligten nachweislich klar war, dass hier nur M&#252;ll verkauft wird) geschaffen und vermarktet wurde.</p>
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